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Unmissverständlich ist, was Jesus mit diesen Worten sagt. Seid barmherzig! Sind wir das nicht schon, wenn wir dem Bettler am Bahnhof eine Münze in seinen Pappbecher werfen? Oder wenn wir nicht wütend hupen, wenn ein anderer Autofahrer unsere Vorfahrt verletzt?

Solche Barmherzigkeit fällt doch irgendwie leicht. Sie verschafft uns selbst noch dazu ein Gefühl von Großzügigkeit oder Überlegenheit. Dagegen fallen mir viele Augenblicke ein, in denen eher unsere Unbarmherzigkeit regiert. Wie schnell fällen wir zum Beispiel ein vernichtendes Urteil über andere Menschen, die nicht unseren Normen entsprechen. Oder wie oft überfordern wir Menschen mit Erwartungen, die wir selbst noch nicht mal erbringen könnten. In stillen Momenten fragt dann mein Gewissen, ob hier Barmherzigkeit nicht angebrachter gewesen wäre. Was meint Jesus eigentlich, wenn er uns auffordert barmherzig zu sein? Er redet nicht bloß von Barmherzigkeit, er lebt sie vor und schenkt sie uns. So berührt und heilt er einen Menschen, der wegen seiner ansteckenden Krankheit lange schon in Quarantäne dahinvegetiert. Er erhebt ihn aus dem Staub. Später sitzt er mit Außenseitern an einem Tisch, die überall bloß als „die Sünder“  abgestempelt waren. Seine Barmherzigkeit zu ihnen verzichtet auf ein Gefälle. Sie ist nicht generös. Er verströmt Gottes Barmherzigkeit einfach mit seinem ganzen Dasein. Genau diese unzulänglichen Menschen lässt er Anteil an Gott haben. In den Augen der Mehrheit hatten sie dazu kein Recht. Unperfekt und mit Makeln behaftet erschienen sie ihnen, von Gott meilenweit entfernt. Aber genau sie erleben diesen Gott jetzt ganz anders in Jesu Nähe. In Jesus erfahren sie ihn vollkommen ohne
Abstriche! In solchen mit Makeln behafteten Menschen können wir uns mitsamt unseren eigenen Mängeln selbst wiederfinden. Wir können uns eingestehen, wie angewiesen wir doch auf Barmherzigkeit bleiben: mit unseren engen Grenzen, mit unserer kleinen Kraft und mit allem schamvollen Versagen. Genauso empfangen wir ja längst Gottes Barmherzigkeit im Übermaß in Christus. Darum können wir auch zu anderen Menschen barmherzig SEIN, wie Gott barmherzig IST. Barmherzigkeit wird so eine innere Haltung und erschöpft sich nicht bloß im äußerlichen Verhalten. Vor einiger Zeit las ich: „Der Mensch gleicht einem Flussbett, durch das das Wasser der Güte Gottes fließt. Viel Wasser muss hindurchfließen, damit sich das Flussbett  verändert. Aber mit der Zeit wird es tiefer und weiter.“ Den barmherzigen Blick Gottes einzunehmen wünsche ich uns im neuen Jahr 2021.

ihr Peter-Thomas Stuberg

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Tageslosung

Tageslosung von Dienstag, 22. Juni 2021
Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde; wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da. Die Gnade aber des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Durch Jesus Christus haben wir den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit, die Gott geben wird.

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Ich glaube, hilf meinem Unglauben

Die Erkrankung des Sohnes stellte sein Gottvertrauen auf eine harte Probe. Nicht heilbar – so die Auskunft der Ärzte. Ihre Kunst war am Ende und seine Kraft allmählich auch. Wenn sein Kind besinnungslos krampfte,
erlebte der Vater nur noch die eigene nackte Ohnmacht. So ging es schon viel zu lange. Wie sollte es weiter gehen? Wer kümmert sich, wenn er und seine Frau alt werden? Wieviel Mut hat es den Vater dann wohl gekostet, zu den Jesusleuten zu gehen mit der Bitte zu helfen. Schließlich waren die doch ganz nah dran an dem fremdartigen Wunderheiler. Wenigstens die Kirche muss doch einen Ausweg kennen. Wie enttäuscht wurde er aber, als auch die nichts ausrichten konnte gegen das Ungemach. In dem Moment der tiefsten Enttäuschung begegnet ihm Jesus selbst. Der lockt ihn, das Unmögliche und das ganz Verwegene mitten im Ausweglosen zu denken.

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Youtube der Kirchengemeinde Niederdresselndorf