Suche

Der Prophet Jeremia schreibt einen Brief an seine Landsleute, die ins Exil nach Babel weggeführt wurden. Darin steht dieses Wort für den Monat Oktober. Ist das weit weg von uns und unseren Fragen und Problemen? Es ist das Jahr 594 vor Christus. Israel befindet sich im Spannungsfeld zwischen den Machtblöcken Ägypten und Babylonien. Die Meinungen darüber, wie man sich als so kleines Land im Kräftespiel der Großmächte verhalten soll, gehen weit auseinander. Da schreibt Jeremia einen Brief an die Weggeführten.

Es ist ein Brief der Weltgeschichte und zugleich ein Brief Gottes an alle seine Kinder. Die ersten Empfänger waren die Deportierten vor ca. 2600 Jahren. Gott wollte die Menschen stärken: im Glauben, im Leben, in der Hoffnung. Jeremias Aufforderung ist aber bis heute aktuell: „Suchet der Stadt Bestes“! Sein Brief wird uns in dreifacher Weise zugestellt, zum ersten als

H a u s w u r f s e n d u n g

Suchen wir unser Eigenes Bestes oder das der Stadt? Heulen wir mit den Wölfen unserer Zeit und verkriechen uns in unserer Egoismushöhle, „weil man ja doch nichts ändern kann“? Oder fassen wir Mut, fassen die Probleme an, die Gott uns vor die Füße legt? Resignation ist der Sieg des Bösen. Aktive Gestaltung unseres Lebens ist notwendig. Weil wir in dieser Welt leben, können wir auch nicht ohne diese Welt glauben. Gestalten wir sie darum im Sinne Gottes. Dietrich Bonhoeffer sagte in einer Predigt über den Brief Jeremias: „Mag sein, dass der Jüngste Tag morgen anbricht, dann wollen wir die Arbeit für eine bessere Zukunft aus der Hand legen, vorher aber nicht. Nur wenn man das Leben und die Erde so liebt, dass mit ihr alles verloren und zu Ende scheint, darf man an die Auferstehung der Toten und eine neue Welt glauben.“ „Die da oben“ können nur etwas bewirken mit Menschen, die „hier unten im Alltag“ das Leben bewusst und verantwortlich gestalten. Werden wir aktiv. Der Brief ist aber nicht nur an alle Haushalte gerichtet, sondern auch zum zweiten ganz persönlich gemeint als

E i n s c h r e i b e n

Jeremia spricht vom Gebet für die Welt. Dabei ist das wichtig zu unterscheiden: Betet für die Welt, nicht gegen sie! Paul Hattaway, ein Missionar in China, hielt einmal einen Vortrag in einem Land des Westens und ein Christ sagte zu ihm:
‚Ich habe seit Jahren darum gebetet, dass die kommunistische Regierung in China zusammenbrechen wird, damit Christen dort in Freiheit leben können.‘ Da antwortete er: „Darum beten wir nicht! Wir beten nie gegen unsere Regierung oder verfluchen sie gar. Beten Sie nicht darum, dass die Verfolgung aufhört! Wir sollten nicht darum bitten, dass wir eine leichtere Last zu tragen bekommen, sondern um einen stärkeren Rücken! Dann wird die Welt sehen: Gott ist mit uns und  verleiht uns die Kraft, so zu leben, dass wir seine Liebe und Macht offenbaren. Das ist wahre Freiheit!“ Können wir diese herausfordernde Einsicht ins eigene Leben umsetzen, hin und her gerissen zwischen den Fraktionen, den Meinungen und Einstellungen unserer Zeit? Gott will uns durch seine Gegenwart beschenken, Kraft und Orientierung geben. Dazu aber müssen wir seinen Brief aber auch empfangen, das heißt die Empfangsquittung seines Einschreibens mit unserem Leben unterschreiben. Jesus hat sein Leben für uns gelassen, sollten wir ihm nicht auch unser ganzes Leben anvertrauen können? Schließlich ist der Brief nicht nur eine Hauswurfsendung und ein Einschreiben, sondern ist auch gemeint als

G e m e i n d e b r i e f

Als Gemeinschaft der Kinder Gottes dürfen wir in eine Zukunft gehen, die Gott mit uns und durch uns gestalten will. Die Exulanten von Babel waren nicht allein, wir sind es auch nicht. Lasst uns das Gemeinsame suchen. Wir sollten nicht noch mehr Zerstreuung suchen wie Menschen, die es mit sich allein nicht aushalten. Sondern wir sollten die Sammlung und die Versammlung suchen, damit wir uns gegenseitig stärken und gemeinsam unter Gottes Wort leiten lassen können. 2600 Jahre ist dieser Brief alt. Und er redet immer noch: Wir sollen für diese Welt beten und arbeiten. Wir sollen unser ganzes Leben Jesus Christus anvertrauen. Wir sollen miteinander auf Gottes Wort hören und arbeiten.

Ihr Pfr. Jens Brakensiek

celebrat10ns - ...
Alles eine Frag...
Abendgottesdien...
Message mit San...
Abstimmung per ...
Grüße vom Pflas...
kurzes Intervie...
Alles im griff?
letter from hea...
Noch ist alles ...
Band
... knacken ...
kurzes Intervie...
Noch ist alles ...
Anspiel

Tageslosung

Tageslosung von Freitag, 30. Oktober 2020
Sechs Tage sollst du arbeiten; am siebenten Tage sollst du ruhen.
Hab acht auf dich selbst und auf die Lehre; beharre in diesen Stücken!

Schon gelesen?

Ich will Euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet

jemanden richtig zu trösten ist eine hohe Kunst! Weniger eine Kunst des Verstandes als unseres Herzens. Wer schon einmal versucht hat, jemanden zu trösten, der wahrhaft untröstlich ist, kennt das Gefühl der eigenen Ohnmacht gut. Worte versagen. Gesten bleiben unbeholfen. Und doch kommt es ohne Worte und Gesten nicht aus. Vielleicht ist es aber gerade das Unzulängliche und Hilflose, das den wahren Trost kennzeichnet.

Weiterlesen ...