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Mein Terminkalender ist voll. Der Tag ausgebucht. Da ist mein Beruf, der mich in Anspruch nimmt. Frau und Kinder wollen auch manchmal etwas Zeit mit mir verbringen. Und abends sind da auch noch ein paar Termine. Einige Dinge muss ich vorab schon streichen: das gemeinsame Abendessen mit der Familie, der Gang ins Kino, den ich mit meiner Frau geplant hatte.

Unsere Zeit ist verplant. Jeder Tag, jede Woche, jeder Monat, jedes Jahr. Freiräume sind Mangelware. Unvorhergesehenes findet kaum Platz. Das ist in jedem Lebensalter so. Schon Heranwachsende müssen sich mit einer Flut von Terminen plagen. Und die Ruheständler, die
nie Zeit haben, sind schon sprichwörtlich geworden. Hat Gott, hat der Glaube Raum in solch einem Leben?

Und was passiert, wenn es einmal anders kommt als ich gedacht und geplant habe? Was ist, wenn eine plötzliche Krankheit mich aus der Bahn wirft? Wenn ein Todesfall meine Familie verändert? Wenn ein ernstes Gespräch mich auf ganz andere Gedanken bringt? Wenn ein unerwartetes Glück oder Unglück alles auf den Kopf stellt?

Die Bibel sagt: „Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.“ (Hebräer 3, 15)

In dem Ungewöhnlichen, das in mein durchgeplantes Leben einbricht, kann Gottes Anrede an mich enthalten sein. In dem Anruf
eines Bekannten von früher, in dem Unfall, der meine Planungen durcheinander wirft, in der Buchzeile, die mich nachdenklich macht,
kann es um Entscheidendes in meinem Leben gehen. Das muss gar nicht im Gottesdienst sein, dazu braucht es keine religiösen  Veranstaltungen, keine besinnliche Stimmung. Gott kann mitten im Alltag reden.

„Heute…“ Es kommt darauf an, dass ich die Gelegenheit nutze zum Hören und zum Nachdenken. Das ist so ähnlich wie im Straßenverkehr: Da muss ich auch bereit sein, auf unerwartete Situationen zu reagieren. Ich kann nicht immer nur Gas geben, ich muss auch bremsbereit sein.

Ganz sicher kommen wir ohne Planung im Leben nicht aus. Aber Planung und Routine dürfen nicht das letzte Wort haben, sondern
die Bereitschaft, auf Gottes Anrede zu hören. „Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.“

Rainer Klein, Neunkirchen

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