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Es ist wohl das berühmteste Loblied auf die Freundschaft:

„Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Beste, was es gibt auf der Welt. Ein Freund bleibt immer Freund, auch wenn die ganze Welt zusammen fällt.“

Aufeine glückliche Ehe könnte es genauso gesungen werden wie auf eine Familie, in der wir Geborgenheit finden. Sich fallen lassen können, ohne Maske ausdrücken, was in uns vorgeht; sich verspielt und albern verhalten können genauso wie todernst und gesammelt – gute Beziehungen leben von solchem Wechselspiel. Sie halten „wenn auch die ganze Welt zusammen fällt“.

Es ist ein Geschenk, wo wir mit Menschen einen solchen Gleichklang erleben können. Paulus erweitert unseren Horizont aber über die Menschen hinaus, mit denen wir in menschlicher Harmonie leben. Er hat die christliche Gemeinde im Blick. Gemeinden, so sagt er, bestehen nicht immer aus  Gleichgesinnten. Sie müssen nicht einfach von Sympathie, Seelenverwandtschaft oder gleichen Sozialmerkmalen zusammen gehalten werden. Im Gegenteil: Hier können Menschen zusammentreffen, die unterschiedlich glauben, anders denken, mit denen es eher anstrengend sein kann, zusammenzukommen. In seiner Gemeinde in Rom fand er es so vor: Zwei Flügel bekämpften sich. Jede Gruppe sah sich im Recht mit ihrer Sicht von Glauben und Leben. Paulus nimmt sie realistisch in den Blick. Er sagt darum etwas nüchtern: „nehmt einander an!“ Annehmen, das muss ich aktiv tun, gerade wenn mein Gegenüber mir nicht in den Kram passt. Jemanden anzunehmen verlangt mehr von mir ab, als nur jemandem zugeneigt zu sein. Es ist schwieriger, als mich mit jemandem auf gleicher Wellenlänge zu bewegen. Warum sollten wir das aber tun? Weil Christus uns in unserer Unterschiedlichkeit immer schon angenommen hat, sagt Paulus.

Aus Gottes Blickwinkel haben wir Anteil an Christus, selbst mit aller unserer Verschrobenheit und dem, was nur schwer an uns zu ertragen ist. Seine Sicht hilft mir, auf mein Gegenüber auch dann zuzugehen, wenn ich keine Sympathie für ihn hege. Der Andere ist
ja längst angenommen, bevor es mir gelingt, ihn meinerseits wenigstens ein bisschen anzunehmen. „Gleichwie Christus“ steht da
bei Paulus. Er mutet uns zu, eine Art Gleichnis für Gottes Annehmen zu bilden, mehr nicht. Darin lässt er sich wohl am liebsten loben; nicht nur im Gleichklang der Gleichgesinnten, sondern auch in der Mehrstimmigkeit der Verschiedenen. Im Loben entdecke ich, wie eng mein eigenes Gemüt, aber wie weit Gottes Herz für das vielfältige Leben ist. Davon möge etwas im kommenden Jahr nicht nur in unseren Freundschaften zu spüren sein.

Ich grüße Sie sehr herzlich
Peter-Thomas Stuberg, Superintendent

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Die Herbstsonne scheint auf meinen Schreibtisch. Draußen vergoldet sie die bunte Blätterpracht und wärmt mich mit ungeahnter Kraft. Der Kaffee neben mir dampft und duftet. Ein winziger, glücklicher Moment im Alltag, während ich diese Zeilen schreibe.

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